Historische Orientierungspunkte, die bestimmte Verhaltensweisen erklären
Im Unternehmertum gelten für alle die gleichen Anforderungen: ein strukturiertes Projekt, ein tragfähiges Geschäftsmodell und ein klar definierter rechtlicher Rahmen.
Dennoch stellen sich Unternehmerinnen häufig andere Fragen: Fühle ich mich legitim? Verlange ich einen fairen Preis? Traue ich mich, eine Finanzierung zu beantragen? Wie kann ich meine Sichtbarkeit erhöhen?
Einige dieser Unsicherheiten lassen sich teilweise durch die noch relativ junge Geschichte erklären. In Luxemburg wurde die rechtliche Gleichstellung der Frau innerhalb der Ehe beispielsweise erst in den 1970er Jahren gesetzlich anerkannt. Erst 2006 wurde sie in der Verfassung verankert.
Somit trennen uns weniger als zwei Generationen von einer Zeit, in der verheiratete Frauen ihre Angelegenheiten nicht frei verwalten konnten. Auch wenn die rechtliche Gleichstellung heute erreicht ist, verändern sich gesellschaftliche Einstellungen langsamer.
Diese Realität, die weiterhin von einem kulturellen Erbe geprägt ist, zeigt sich insbesondere in einer größeren Vorsicht gegenüber Risiken. So geben 50% der Frauen an, kein Unternehmen gründen zu wollen, weil sie Angst vor dem Scheitern haben, gegenüber 35% der Männer. Zudem sind lediglich 41% der Frauen der Meinung, über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen zur Unternehmensgründung zu verfügen, gegenüber 56% der Männer(*).
Glücklicherweise entscheiden sich heute immer mehr Frauen für den Weg in die Selbstständigkeit. Auf der Suche nach Sinn, Unabhängigkeit und persönlicher Erfüllung setzen sie ihre Projekte zunehmend in die Tat um und gewinnen dabei an Selbstvertrauen.
Frauen gründen Unternehmen mit denselben Kompetenzen und denselben Erfolgsaussichten wie Männer. Darüber hinaus bringen sie Eigenschaften mit, die in der Unternehmerwelt besonders wertvoll sind.